Zu viele Kleidermarken produzieren zu viele Kleider! Also haben wir uns etwas überlegt... Rework Kollektionen werden umweltschonend aus Secondhandkleidern hergestellt, die wir auseinanderschneiden und neu zusammennähen.

Der Rework Prozess

Wir nennen es "Serielles Upcycling". Und das funktioniert so: Der Anfang beginnt mit einem Ende. Ein Kleidungsstück landet in einer Altkleidersammlung.

Weil die Altkleidermassen und der logistische Aufwand immer grösser werden, wird der Sortierprozess zunehmend in Tieflohnländer ausgelagert.

So sind wir in Indien gelandet. Neben dem Ausgangsmaterial finden wir dort auch ideale Bedingungen für unsere Upcycling Produktion.

Ein globales Problem

Die anhaltende Kleiderflut durch den Überkonsum stellt die Welt vor Probleme. Alleine in unserem Sortierwerk in Indien werden täglich 30 Tonnen Altkleider verarbeitet.

Oftmals ist die Qualität so schlecht, dass sich in den Abnehmerländern (vorwiegend im globalen Süden) ebenfalls keine Kunden mehr finden.

Und weil in diesen Regionen oftmals keine professionellen Anlagen für die Verbrennung von Kerricht existieren, dümpelt beispielsweise eine Polyesterbluse, die aus Plastik besteht, über Jahrzehnte auf einer Müllhalde vor sich hin.

Upcycling jedoch ist ein Weg, die Nutzung von Materialien entscheidend zu verlängern. Und in unserem Falle deteuten die riesigen Mengen auch, dass eine grosse Auswahl an Materialien für den Prozess zur Verfügung steht.

Wie genau funktioniert's?

Der Upcycling Prozess erklärt am Beispiel eines Rework Leder Rucksackes:

Unser Team sucht in den Altkleidermassen nach Secondhand-Lederjacken. Diese werden gereinigt, auseinandergeschnitten und nach eigenen Schnittmuster neu zusammengenäht.

Dadurch wird jeder Rucksack zu einem Einzelstück, alle sind ähnlich und keines ist gleich. Und wenn es sich um Bekleidung handelt, können die Produkte ästhetisch als Kollektionen gruppieren.

Ebenfalls ein Pluspunkt: Wie bei Neuware können wir in verschiedenen Grössen produzieren. Zudem lassen sich mit der Upcycling Methode unvorteilhafte Schnitte korrigieren, wir können mit dem Zeitgeist gehen...

Arbeitsbedingungen und Löhne

Im Unterschied zu den meisten anderen Kleidermarken lassen wir nicht anonym in einer externen Fabrik produzieren.

Die Produktionsstätten in Indien und Thailand gehören uns selbst. Das gibt uns die Möglichkeit, direkt Einfluss zu nehmen - nicht nur auf das Produkt, sondern auch auf die Arbeitsbedingungen.

Das Geschäftsmodell mit eigener Produktion ermöglicht uns eine hohe Transparenz. Wir sind häufig selber vor Ort und kennen unsere Näherinnen und Näher persönlich.

Wir kennen die Löhne unserer Teams und publizieren diese Angaben öffentlich auf unserer Webseite. Dadurch nehmen wir uns selber in die Verantwortung.

Unser Atelier in Thailand

In Bangkok liegen die Ursprünge von Rework. Hier haben wir vor vielen Jahren - damals noch als Teil des Kleiderladens Fizzen - damit begonnen, Secondhand Lederjacken zu Taschen und Laptop Hüllen umzunähen.

Für uns ging es damals einzig um die "used" Ästhetik, wir mochten, wie die Spuren der Vergangenheit dem Leder einen "Rockstar Effekt" verliehen.

Nicht bewusst war uns zu jener Zeit, dass es sich dabei um unsere ersten Upcycling Produkte handelte. Der Begriff "Upcycling" war noch gar nicht erfunden.

Auch heute sind wir noch in Bangkok aktiv, unsere dortige Firma heisst Rock The Boat Co. Ltd. und befindet sich in einem Aussenquartier von Bangkok.

Unser Team in Indien

Unsere Produktionsstätte befindet sich direkt in einem Altkleidersortierwerk in Kandla, einer Freihandelszone im Bundesstaat Gujarat.

Diese Firma Om Siddh Vinayak, die für das Sortierwerk mit hunderten von Mitarbeitern verantwortlich ist, übernimmt für uns die Administration. Jedoch werden die Arbeitsbedingungen und die Löhne von Rework AG selber bestimmt.

2026 besteht unser Team in Indien aus rund 40 Menschen, die für uns Materialien "picken", zuschneiden und nähen.

Fragen zu Nachhaltigkeit

Warum produziert ihr nicht in der Schweiz?

Warum sollten wir das tun?

Natürlich profitieren wir davon, in Ländern mit tieferen Lohn- und Lebenskosten zu produzieren. Und davon profitierst auch du.

Wir wollen keine Luxusmarke sein, unsere Produkte sollen zu bezahlbaren Preisen verkauft werden können.

Und wir möchten unseren Mitarbeitenden nicht den Job kündigen, nur weil der Trend gerade "made in EU oder CH" ist.

Was ist mit den langen Transportwegen?

Es ist die Herstellung von Neumaterialien, die in der textile Kette den grössten Ressourcenverbrauch verursacht. Mit Abstand.

Secondhand ist in jedem Falle die nachhaltigste Lösung. Besser als jedes andere Material.

Wie soll das gehen?

Beim Upcycling (und generell bei allen Secondhandprodukten) werden keine Anbauflächen benötigt (Baumwolle), keine Rohstoffe wie Erdöl (Polyester), es braucht kein Wasser und keine Chemikalien.

Natürlich sind die langen Transportwege nicht vernachlässigbar, Schiffe, Flugzeuge und Lastwagen sind Dreckschleudern.

Aber weil ein Kleidungsstück aufgrund der geringen Masse in einem riesigen Schiffscontainer kaum Fläche beansprucht, fallen die Emissionen auf ein individuelles Teil heruntergerechnet minim aus.

Habt ihr Beweise?

Zu Beginn waren wir noch etwas unsicher. Unsere Ausgangsmaterialien starten in den USA, werden nach Indien verschifft und kommen danach in die Schweiz. Das ist eine Weltreise.

Dann wurde von einer ZHDK Bachelor Studentin eine erste wissenschaftliche Arbeit verfasst zur Ökobilanzierung eines Rework T-Shirts und die Zahlen waren hervorragend.

Auch die HSLU wurde im Rahmen eines Innosuisse Projekts zu Rework geforscht und auch hier waren die Resultate noch besser als erwartet.

Schliesslich haben wir der Uni Bern den Auftrag erteilt, gezielt einen Vergleich zu machen zwischen einem Rework T-Shirt aus Indien und einem Bio-Baumwoll T-Shirt "made in Portugal".

Und auch hier sprechen die Zahlen eine deutliche Sprache. Unsere Werte sind nicht nur besser, sondern extrem-viel-besser...

>> Hier ein Link zu dieser Arbeit.