Unsere Anfänge in Bangkok

Warum produziert Rework Ledertaschen im fernen Asien und nicht lokal in den Nähateliers in der Schweiz? Naja, du kannst es dir sicher vorstellen, gerade bei derart arbeitsintensiven Produkten ist es aus Kostengründen fast nicht anders möglich.

 

Seit heute sind wir zum ersten Mal in Zeiten von Covid wieder hier. In Thailand bedeutet dies: vorerst mal 14 Tage in Quarantäne, egal ob negativ getestet oder geimpft. Viel Zeit, um in alte Erinnerungen abzutauchen. Und alte Fotos hervorzugraben. 

 

 

in Bangkok hat die Geschichte von Rework ihren Ursprung. Hier haben wir vor vielen vielen vielen Jahren erstmals mit Secondhand Lederjacken experimentiert und versucht, daraus Taschen zu nähen.

 

Dann dauerte es nochmals lange, bis wir eine Qualität erreicht hatten, die uns den Mut machte, die Taschen nicht weiter anonym in den Vintage Kleidern zu verstecken, sondern als eigene Marke zu verkaufen.

 

Von allem Anfang an war die Kommunikation eine der Hauptschwierigkeiten. Wie kommunizieren wir unseren Kunden das "Upcycling Design Konzept" zu einer Zeit, als es das Wort "Upcycling" noch gar nicht gab? Hier unser Versuch, das Problem graphisch zu lösen.

 

Und langsam nahm Rework Gestalt an. Auf diesem Foto sieht man eines unserer ersten richtigen Taschenmodelle mit einem unserer ersten richtigen Fotomodellen. (Die Tasche hat fast besser gealtert als das Bild, so dünkt uns - aus heutiger Zeit betrachtet möchte man bei den Armen der Armen ein bisschen Masse hinzufotoshoppen...)

 

Unser Bangkok Team beim Abschied von Sophie, die massgeblich beteiligt war bei der Professionalisierung unserer Marke und der Weiterentwicklung der Taschenkollektion. Einige der Modelle gehören weiterhin zu unseren Bestsellern und sind fester Bestandteil unseres Webshops.

 

Und noch ein paar aktuelle Bilder von unserem Workshop und eine kleine Hintergrundgeschichte, deren moralische Deutung wir offen lassen...  

 

Wie die Workers ihren 5-Jahres Bonus ausgegeben haben?

Als wir damals mit dem Aufbau eines eigenen Workshops begonnen haben, fiel es uns schwer,  die Näherinnen und Näher längerfristig zu binden. "Upcycling" als Produktionsmethode ist nicht immer angenehm, das Zuschneiden und Nähen mit Gebrauchtkleidern ist anspruchsvoller als bei Neustoffen. Also haben wir einen grossen Bonus in Aussicht gestellt, und zwar 5 Monatslöhne für alle, die 5 Jahre bei uns gearbeitet haben.

 

 

Ein Teil der Belegschaft hat diesen Bonus inzwischen ausbezahlt erhalten und mit Interesse haben wir bei der Factory Managerin nachgefragt, wie das Geld verwendet wurde? "Das Haus der Eltern renoviert", "für die Ausbildung der Kinder zur Seite gelegt"  - diese Antworten hofften wir zu hören. Das trifft aber nur bei einer Minderheit des ausbezahlten Geldes zu, viel häufiger dies der Fall: "Beim Glücksspielen verloren..."