Kleider spenden?

«Kleider spenden» klingt nach einem wohltätigen Akt. Grosszügige Menschen mit grossen Herzen geben weg, was ihnen gehört, ohne Geld dafür in Anspruch zu nehmen. Als Gegenleistung wartet Seelenfrieden. Nach langem innerem Ringen trennen wir uns von unseren Lieblingsstücken und kippen sie feierlich in eine Texaid Sammelbox. Tex «aid». Das grosse Herz wird schwer. Bye bye lieber Wollpullover mit den Mottenlöchern, mögest du einem armen Buben in Afrika Hilfe bereiten. 

Die Realität ist eine andere. Weisst du ja selbst. Aber was passiert denn eigentlich genau mit unseren Altkleidern? Tue ich etwas Gutes, wenn ich Kleider «spende»? Oder mache ich mich einer paternalistischen und unökologischen Handlung schuldig? In der Vergangenheit wurde diese Frage kaum thematisiert. Nun aber tut sich was. Hier ein Artikel im Ressort «Green» des Blicks, der sich auf eine Recherche von Greenpeace bezieht. 

Und ein zweites Mal in einem langen Bericht über eine lange Reise. Eine Journalistin der NZZ hat sich den Altkleidern an die Fersen geheftet. Zusammen mit uns, Rework! Und wie meistens, wenn man sich einer Sache von verschiedenen Seiten nähert und differenziert zu urteilen versucht, lassen sich die Fragen am Ende nicht einfach mit "gut" oder *schlecht" beantworten. It’s complicated…